Kein Bedarf für noch mehr Lkw-Konvois

03.04.2016

Einer für alle – der Bundesverkehrsminister sollte auf den Güterzug setzen

„Schlicht eine Schnapsidee!“ sind für Ludolf Kerkeling die morgigen Konvoi-Fahrten teilautomatischer Lkw über einige tausend Autobahnkilometer (als „EU Truck Platooning Challenge“ getauft). Die beiden deutschen Hersteller schwerer Nutzfahrzeuge wollen demonstrativ Lkw im 15-Meter-Abstand zum niederländischen Hafen Rotterdam rollen lassen - wohlwollend unterstützt von Bundesverkehrsminister Dobrindt. Der Vorstandsvorsitzende des Netzwerks Europäischer Eisenbahnen (NEE) e.V. wörtlich: “Wozu? Das Prinzip luftwiderstandsoptimal und nahezu unfallfrei zu fahren, wurde bereits erfunden!“ Man müsse nur einmal die Zahlen vergleichen: „Ein Lokführer bringt schon mit heutiger Leittechnik bis zu 120 Lkw-Ladungen mit nur einem Fahrmotor und 75 Prozent geringerem CO2-Ausstoß als der Lkw unfallfrei ans Ziel.“ Kerkeling ist sich sicher: „Nur den Stoßstangenabstand zu verringern, ist keine bedeutsame Innovation im Güterverkehr. Statt den Lkw-Fernverkehr auf den deutschen Autobahnen weiter zu verdichten, würde der Verkehrsminister Autofahrern, der Volkswirtschaft und der Umwelt mehr nützen, wenn er sich um innovative Konzepte zur Verkehrsverlagerung auf die Schiene kümmern würde.“

Markus Biehl – Einer von mehreren Tausend Lokführerinnen und Lokführer im deutschen Schienengüterverkehr, der für alle…

…Verlader hinter der rund 12 Quadratmeter großen Stirnfläche seiner Lok schon Mal 2000 Tonnen mit 100 Kilometern pro Stunde windschnittig im Minimalabstand voran bringt!

…Autofahrer die rechte Spur freihält!