PRESS RELEASE der ERFA: Können neue Bahnen in einem monopolistischen Umfeld bestehen?

18.07.2014

Die von ERFA vertretenen neuen Bahnunternehmen sind besorgt über die Tendenz zur Remono-polisierung im Eisenbahnmarkt. Das 4. Eisenbahnpaket der Europäischen Kommission soll faire Wettbewerbsbedingungen schaffen. Die Politik muss diese dringend benötigte Bahnreform vorantreiben, damit kleinere, unabhängige Bahnen zum Wachstum der Schiene beitragen können.

Die Bahn-Newcomer sind besorgt über die Tendenz zur Remonopolisierung im Eisenbahnmarkt. Die Mitglieder der ERFA, welche 70 neue Eisenbahnunternehmen und 15.000 Arbeitsplätze repräsentieren, stehen zunehmend vor Diskriminierung wegen unfairen Marktbedingungen.

Die Entwicklung eines nachhaltigen Eisenbahnsystems wird gegenwärtig durch monopolistisch orientierte Bahnbetreiber gebremst, die die Aufrechterhaltung der eigenen marktbeherrschenden Stellung verfolgen. Die Barrieren und Diskriminierungen, mit denen ERFA-Mitglieder in ganz Europa konfrontiert sind, behindern die dringend benötigte Dynamik, Innovation und Kreativität im Eisenbahnsektor. Dabei wird das allgemeine Interesse einer Förderung von Wachstum und Beschäftigung in Europa untergraben.

Die kleineren Eisenbahnverkehrsunternehmen brauchen angemessene Rahmenbedingungen, damit sie nicht von den etablierten Bahnbetreibern behindert und vom Markt verdrängt werden. Die ERFA weigert sich zu glauben, dass die Vorherrschaft einer Handvoll von mächtigen Eisenbahnbetreibern die beste Lösung für Bahnkunden, Fahrgästen und die Umwelt ist.

Das 4. Eisenbahnpaket stellt faire Marktbedingungen her

Der Governance-Säule des 4. Eisenbahnpakets beseitigt die vielen diskriminierenden Praktiken, mit denen die kleineren Player auf dem Eisenbahnmarkt konfrontiert sind.

Die ERFA unterstützt die Vorschläge der Europäischen Kommission. Die so genannten Chinesischen Mauern garantieren transparente Finanzströme innerhalb von Holdingstrukturen, bei denen der Eigentümer der Infrastruktur und ein oder mehrere Eisenbahnunternehmen unter dem gleichen Besitzer sind. Solange eine finanzielle Beteiligung zwischen Infrastrukturbetreiber und etablierten Bahnen vorhanden ist, wird der Infrastrukturbetreiber weiterhin ein Interesse an einer Vorzugsbehandlung der etablierten Bahnen zu Lasten der Newcomer und des gesamten Eisenbahnsystems haben.

Die ERFA ist überzeugt, dass die für die Trassenvergabe verantwortliche Stelle kein Interesse daran haben sollte, andere Bahnkunden, mit denen es keine direkten finanziellen Beziehungen hat, zu benachteiligen oder zu behindern. Diese ungerechtfertigte Behandlung, die leider eine Alltäglichkeit für ERFA-Mitglieder in ganz Europa ist, gefährdet die Existenz der neuen Marktteilnehmer, schreckt Investitionen ab und geht gegen alle ernsthaften Versuche, das Wachstum der Schiene zu fördern.