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Runder Tisch Schienengüterverkehr will Innovationsförderung im Bundeshaushalt 2019 sehen

Das bereits im Masterplan Schienengüterverkehr Mitte 2017 vorgeschlagene „Bundesprogramm Zukunft Schienengüterverkehr“ soll nach dem Willen aller Beteiligten am Runden Tisch Schienengüterverkehr erstmals 2019 Mittel aus dem Bundeshaushalt nutzen können. Das in Grundzügen bereits zu Beginn des Jahres erarbeitete Konzept, das eine Fördersumme von 500 Millionen Euro (bei Fördersätzen von in der Regel 50 Prozent) für die Beschaffung innovativer Technologien (und damit nicht für die konzeptionell getrennte Erforschung neuer Technologien) vorsieht, wurde und wird von den Verbänden in Gesprächen mit den Bundestagsabgeordneten beworben. Sollte die vorgeschlagene Startfinanzierung von 60 Millionen Euro im Haushalt 2019 im November beschlossen werden, könnten Maßnahmen ab Anfang kommenden Jahres förderfähig sein.

Bundesprogramm "Zukunft Schienengüterverkehr", Entwurf, Stand 17.09.2018


Ergebnisse der ETCS-Studie von McKinsey in der Übersicht

Das vom Bundesverkehrsministerium beauftragte Beratungsunternehmen McKinsey hat am 19. September die wesentlichen Ergebnisse seiner ETCS-Studie der Fachöffentlichkeit vorgestellt. Die Präsentation hebt auch auf die vom Netzwerk Europäischer Eisenbahnen (NEE) stark betonte Notwendigkeit einer Ausrüstungsfinanzierung der Fahrzeuge durch die öffentliche Hand ab.

McKinsey & Company Machbarkeitsstudie zum Projekt Zukunft Bahn (ETCS/DSTW)


Übersicht der Elemente der „Einfachbahn“

Die Digitalisierung des Eisenbahnbetriebs ist mehr als ETCS. Die unter dem Begriff „Einfachbahn“ zusammengefassten neu geschaffenen Instrumente der DB Netz AG zur Vereinfachung der bekannten Prozesse zwischen Infrastruktur und EVU werden in dieser Übersicht zusammenfassend dargestellt.

DB Netz AG "Einfachbahn" Toolübersicht


Ein Jahr nach Rastatt - Ein Handbuch ist zu wenig

Hubertus Wester-Ebbinghaus und Peter Westenberger vom Netzwerk Europäischer Eisenbahnen (NEE) haben das Handbuch, das der Euroäische Verband der Infrastrukturbetreiber (Rail Net Europe, RNE) im Mai 2018 als Reaktion auf "Rastatt" veröffentlicht hat, einer genauen Analyse unterzogen. In einem Beitrag für das Privatbahn Magazin gehen sie auszugsweise auf einige Forderungen der Wettbewerbsbahnen und anderer Organisationen ein und beleuchten, ob sie vollständig, nur zum Teil oder gar nicht übernommen wurden.

Ein Schwachpunkt besteht darin, dass das Handbuch keine unmittelbare rechtliche Bindungswirkung hat. In der Vergangenheit zeigte die Erfahrung der Verkehrsunternehmen, dass solche nicht bindenden Vereinbarungen nur sehr langsam durch die Infrastrukturunternehmen umgesetzt wurden. Die Hoffnung besteht jetzt darin, dass die Umsetzung auch ohne gesetzgeberischen Zwang kurzfristig erfolgt.

Zusammenfassend bewerten die Autoren das Handbuch als eine sinnvolle Verbesserung beim Abbau der Koordinationsdefizite im Störungsfall - wenn die vorgeschlagenen Maßnahmen denn tatsächlich umgesetzt werden. Leider trägt das Handbuch aber weder zur Vermeidung künftiger Störfälle bei noch adressiert es weitere, naheliegende Systemverbesserungen.

Den Beitrag aus dem Privatbahn Magazin finden Sie hier.

Ein Jahr nach Rastatt - Ein Handbuch ist zu wenig, Beitrag von Hubertus Wester-Ebbinghaus und Peter Westenberger im Privatbahn Magazin 5.2018


Trassenpreis-Absenkung um 1,28 Euro pro Zugkilometer beim Standard-Güterzug durch Bundesmittel noch in diesem Jahr

Die Politik will mit der Senkung der Trassenpreise mittels eines insgesamt 1,75 Milliarden Euro schweren und über fünf Jahre verteilten Bundeszuschusses den Transport auf der Schiene nachhaltig stärken und Straßen und Umwelt entlasten. Innovationskraft und Verhandlungsgeschick sind nun bei den Eisenbahnverkehrsunternehmen gefragt, um durch Modernisierung und durch wirtschaftlich attraktive Angebote mehr Verkehr auf die Schiene zu bekommen und so das politische Vertrauen bei der 2021 geplanten Evaluation zu rechtfertigen. BDI und DSLV als Verladerverbände, die am „Runden Tisch Schienengüterverkehr“ vertreten sind, haben wir aufgefordert, ihre Mitglieder zu einer fairen gemeinsamen Nutzung der zusätzlichen Spielräume bei Vertragsverhandlungen aufzurufen.

Am 5. September 2018 gab es eine Informationsveranstaltung des BMVI, des EBA und der DB Netz AG, in der darüber berichtet wurde, wie die beschlossene Senkung der Trassenpreise konkret durchgeführt werden soll.

Eine ausführliche, aktualisierte Notiz dazu sowie die jeweiligen Präsentationen des BMVI, des EBA und der DB Netz AG finden Sie hier.

Notiz zur Informationsveranstaltung zur Trassenpreissenkung vom 5. September 2018, aktualisiert

Präsentation des BMVI zur Trassenpreissenkung, 5. September 2018

Präsentation des EBA zur Trassenpreissenkung, 5. September 2018

Präsentation der DB Netz AG zur Trassenpreissenkung, 5. September 2018


Erste Durchsicht der SNB DB Netz - Änderungen zum 15.12.2019

Allgemeiner Hinweis

Die DB Netz AG hat die geplanten Änderungen der SNB einschließlich der zugehörigen Richtlinien veröffentlicht:

https://fahrweg.dbnetze.com/fahrweg-de/kunden/nutzungsbedingungen/nutzungsbedingungen/aktuelle_stellungnahmeverfahren

EVU haben bis zum 20. September die Gelegenheit, dazu ihre Stellungnahmen abzugeben.  Anschließend werden die Änderungen der Bundesnetzagentur zur Prüfung und Genehmigung vorgelegt.

Stellungnahmen können an folgende E-Mail-Adresse gesandt werden: stellungnahmen.zu.nutzungsbedingungen@deutschebahn.com

Unsere Hinweise zu den geplanten Änderungen finden sie im nachfolgenden Text.

Nach erster Durchsicht gibt es im Hauptteil der SNB wenig gravierende Änderungen, allerdings in den Anlagen (wie z. B. 420, 420.9001, TNB) verstecken sich Hinweise, die von den EVU noch mal genau betrachtet werden sollten. Neu ist auch die Regelung über die Ermittlung von notwendigen Restkapazitäten für Gelegenheitsverkehr, die sicher auch noch in der praktischen Anwendung geprüft werden müssen.

SNB Änderungen im Hauptteil

Anlage 4.2.3.1

Bezüglicher der Zusammenarbeit der DB Netz AG mit inländischen BdS hat DB Netz hat ein Abkommen mit anderen inländischen EIU für Fahrplanbestellungen abgeschlossen.  Nach der Formulierung zu urteilen, scheint die DB Netz aber noch nicht mit allen EIU solche Verträge abgeschlossen haben.

  • Bei erster Wertung keine Kritikpunkte. Entspricht grundsätzlich Regelungen in § 47 ERegG.

CIP  Neue Plattform   http://info-cip.rne.eu/

Mit Hilfe einer graphischen Benutzeroberfläche stellt CIP ausführliche Informationen über den Streckenverlauf, die Terminals, Infrastrukturinvestitionen, Instandhaltungsmaßnahmen, sowie Streckeneigenschaften der beteiligten Schienengüterverkehrskorridore zur Verfügung.

1.10.13 und 4.2.6 TTR-Pilotprojekte  

Details sollen in Anlage 4.2.6 veröffentlicht werden, diese fehlt aber.

Grundsatz INV

Anlage 2.2.1  der Grundsatz-INV wird wieder um die Anlage „Vereinbarung  zur Verkehrsdurchführung“ ergänzt.  Diese Anlage wurde aber nicht gefunden.

2.8. Personal

Auf Grenzbetriebsstrecken können Besonderheiten nach Maßgabe des betrieblich-technischen Regelwerks (vgl. Ziff. 2.4.3 SNB) bestehen. Diese Besonderheiten wie z.B. Sprachregelungen finden sich in den Grenzbetriebsabkommen, besondere Anlage der SNB.

4.2.1.17 Restkapazitäten

4.2.1.17 Prüfung der Vorhaltung von Restkapazitäten nach § 56 Abs. 3 ERegG

„Die DB Netz AG stellt sicher, dass auch nach Abschluss der Netzfahrplanerstellung kurzfristige Trassenanfragen im Gelegenheitsverkehr bedient werden können. Dazu prüft die DB Netz AG ob das Vorhalten zusätzlicher Kapazitätsreserven notwendig wird.

 Im Rahmen dieser Prüfung führt die DB Netz AG eine Vergangenheitsbetrachtung der letzten zwei Netzfahrplanperioden in Bezug auf Änderungen zum Netzfahrplan und die Stornierungsquote von Netzfahrplantrassen durch und bewertet außerdem die Anzahl der Trassenablehnungen.  

Weiterhin werden die Erkenntnisse berücksichtigt, die sich vor der jeweils aktuellen Netzfahrplanerstellung im Rahmen der Kundenbetreuung im regionalen Vertrieb hinsichtlich Fahrplangestaltung, Vorbereitung von Neuverkehren sowie bei der zentralen Fahrlagenberatung ergeben haben.“

  • Es stellt sich die Frage, ob die EVU über die Restkapazitäten auf den einzelnen Strecken dann auch informiert werden (Ergebnis der Prüfungen). Wichtig auch, dass die EVU dem Kundenmanagement nachweislich frühzeitig die bei ihnen zu erwartenden Gelegenheitsverkehre bekanntgeben. Ist wohl bisher nicht der Fall.

Anlage 4.2.3.1 Zusammenarbeit mit inländischen EIU bei Fahrplan

Keine Besonderheiten festgestellt, erstmalige Veröffentlichung von Regelungen.

4.3.2.2  Zusammenarbeit der DB Netz AG mit ausländischen BdS

Weitgehend gestrichen – alle Regelungen befinden sich jetzt in der Richtlinie 302.

Anlage 4.3.2 Überlastungserklärungen/Nutzungsbedingungen

Für SGV keine neuen Informationen.

4.3.6   Neu - eine Fahrplankonzeptwoche

Auch dies sollte in der Praxis mal beobachtet werden, wer teilnimmt und welche Ergebnisse erzielt werden. Spielt der Gelegenheitsverkehr hier auch eine Rolle? Die BNetzA ist als Beobachter dabei. Hier wird wohl offiziell gemacht, was schon lange bei der DB Netz Tradition hat.

6.2.1.4.2. Gefahrgut  

Redaktionelle Anpassung – Korrektur und Vereinheitlichung der Begrifflichkeiten.

6.3.1 Marktsegmente

Überwiegend wieder einmal eine Steigerung der Trassenkosten

  1. a. SGV Standard: 2,91 auf 3,13 €

6.4.8.1 Änderungen von Trassenbestellungen SGR

Für die Ermittlung des Änderungsentgelts werden als betroffene Trkm zugrunde gelegt: Laufwegsänderung bei gleichem Start- und Zielpunkt: die Trkm, die räumlich von der ursprünglich vereinbarten Trasse abweichen.

Anlagen

GRUNDSATZ-INFRASTRUKTURNUTZUNGSVERTRAG („GRUNDSATZ-INV“)

Wie schon erwähnt, die Anlage 2.2.1 fehlt.

 

420.9001  Kodierung  der Zusatzverspätungen – zahlreiche Änderungen

u.a.

- Anwendungsregeln für die Kodierung 90

- neu die Anlage 420.9001A05 für Bauarbeiten

- Zusatzverspätungen erst ab 90 Sek zu kodieren

- Abschnitt 4, Kodierregelungen geändert, teilweise Auflösung der früheren „Zugfolgen“?

  • Die BNetzA hat das geplante Anreizsystem abgelehnt, es bleibt abzuwarten, ob die DB Netz dagegen Rechtsmittel einlegt. Falls nicht, werden die Karten neu gemischt, es ändert sich vorerst nichts.

402 0305 Baustellen

Eine Neuerung – die Qualifizierte Ankunftsprognose (QAP) wird eingeführt.

Richtlinie 402.0220 Aktualisierung  bei „Bezug von Fahrplänen für Zugfahrten“ 

Gemäß Abschnitt 1 (4) können Ersatzfahrpläne ab 2020 auch elektronisch auf Triebfahrzeugen verfügbar gehalten werden, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind:

Ersatzfahrpläne sind grundsätzlich in gedruckter Form in den Führerräumen vorzuhalten. In Abstimmung mit der DB Netz AG kann die Ausprägung nach Absatz 2 Nr. 2b gewählt werden. Hier muss das EVU die unabhängige Verfügbarkeit der Ersatzfahrplandateien von den zugbezogenen Fahrplänen sicherstellen (z.B. Verwendung eigenständiger Tablet-PC nur für Ersatzfahrpläne“.

Richtlinie 420

Wesentliche Neuerungen bei der Zusammenarbeit mit Eisenbahnverkehrsunternehmen im Störungsmanagement (420 – 0200 A 01):

Titel: Störungsmanagement Betriebsleitstellen

Im Stufenplan Störungsmanagement werden Definition von Störungsereignissen und notwendige Maßnahmen der BZ beschrieben, u.a. Einrichtungen von  regionalen bzw. zentralen Arbeitsstäben in Stufe 2 oder 3.

Die Besetzung dieser Stäbe erfolgt wohl nach den Ausführungen zum einen geschäftsübergreifend, zum anderen aber auch mit EVU. Viele EVU sitzen aber nicht in der BZ, diese können wohl kaum wirksam mitarbeiten. Wohl dagegen die DB EVU. Sind dies EVU am Sitz BZ dann bevorteilt?

Hier sollte beobachtet werden, wie genau die Arbeitsstäbe besetzt werden und wie die EVU, die nicht am Sitz einer BZ sitzen, genauso beteiligt werden wie die DB EVU.

 

TNB – Technische Zugangsbedingungen

  • Enthält sehr viele kleinere Änderungen – dies sollten die EBL genau überprüfen und ggf. Stellungnahmen machen.

 

NEE Office, 05.09.18