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Anreizsystem: Netzwerk und VDV fordern Zusagen ein – DB Netz spielt auf Zeit

Rund vier Wochen nach Ablehnung des Anreizsystem-Entwurfs der DB Netz durch die Bundesnetzagentur gibt es keine klaren Hinweise, wie die DB Netz mit der neuen Lage umgehen will. In einem gemeinsamen Schreiben hatten der VDV und das Netzwerk Europäischer Eisenbahnen (NEE) einen kurzfristigen Start der zugesagten Zahlungen für baustellenbedingte Verspätungen und eine Trennung der Arbeit des „Runden Tisches Baustellenmanagement“ von einem neuen, genehmigungsfähigen Anlauf für das Anreizsystem gefordert. In einem Antwortschreiben spricht die DB von notwendiger Auswertung der Entscheidung und vermeidet klare Antworten.

Schreiben von VDV und NEE an DB Netz wegen weiterem Vorgehen Anreizsystem

Antwort der DB Netz zum weiteren Vorgehen Anreizsystem


Runder Tisch Schienengüterverkehr will Innovationsförderung im Bundeshaushalt 2019 sehen

Das bereits im Masterplan Schienengüterverkehr Mitte 2017 vorgeschlagene „Bundesprogramm Zukunft Schienengüterverkehr“ soll nach dem Willen aller Beteiligten am Runden Tisch Schienengüterverkehr erstmals 2019 Mittel aus dem Bundeshaushalt nutzen können. Das in Grundzügen bereits zu Beginn des Jahres erarbeitete Konzept, das eine Fördersumme von 500 Millionen Euro (bei Fördersätzen von in der Regel 50 Prozent) für die Beschaffung innovativer Technologien (und damit nicht für die konzeptionell getrennte Erforschung neuer Technologien) vorsieht, wurde und wird von den Verbänden in Gesprächen mit den Bundestagsabgeordneten beworben. Sollte die vorgeschlagene Startfinanzierung von 60 Millionen Euro im Haushalt 2019 im November beschlossen werden, könnten Maßnahmen ab Anfang kommenden Jahres förderfähig sein.

Bundesprogramm "Zukunft Schienengüterverkehr", Entwurf, Stand 17.09.2018


Ergebnisse der ETCS-Studie von McKinsey in der Übersicht

Das vom Bundesverkehrsministerium beauftragte Beratungsunternehmen McKinsey hat am 19. September die wesentlichen Ergebnisse seiner ETCS-Studie der Fachöffentlichkeit vorgestellt. Die Präsentation hebt auch auf die vom Netzwerk Europäischer Eisenbahnen (NEE) stark betonte Notwendigkeit einer Ausrüstungsfinanzierung der Fahrzeuge durch die öffentliche Hand ab.

McKinsey & Company Machbarkeitsstudie zum Projekt Zukunft Bahn (ETCS/DSTW)


Übersicht der Elemente der „Einfachbahn“

Die Digitalisierung des Eisenbahnbetriebs ist mehr als ETCS. Die unter dem Begriff „Einfachbahn“ zusammengefassten neu geschaffenen Instrumente der DB Netz AG zur Vereinfachung der bekannten Prozesse zwischen Infrastruktur und EVU werden in dieser Übersicht zusammenfassend dargestellt.

DB Netz AG "Einfachbahn" Toolübersicht


Ein Jahr nach Rastatt - Ein Handbuch ist zu wenig

Hubertus Wester-Ebbinghaus und Peter Westenberger vom Netzwerk Europäischer Eisenbahnen (NEE) haben das Handbuch, das der Euroäische Verband der Infrastrukturbetreiber (Rail Net Europe, RNE) im Mai 2018 als Reaktion auf "Rastatt" veröffentlicht hat, einer genauen Analyse unterzogen. In einem Beitrag für das Privatbahn Magazin gehen sie auszugsweise auf einige Forderungen der Wettbewerbsbahnen und anderer Organisationen ein und beleuchten, ob sie vollständig, nur zum Teil oder gar nicht übernommen wurden.

Ein Schwachpunkt besteht darin, dass das Handbuch keine unmittelbare rechtliche Bindungswirkung hat. In der Vergangenheit zeigte die Erfahrung der Verkehrsunternehmen, dass solche nicht bindenden Vereinbarungen nur sehr langsam durch die Infrastrukturunternehmen umgesetzt wurden. Die Hoffnung besteht jetzt darin, dass die Umsetzung auch ohne gesetzgeberischen Zwang kurzfristig erfolgt.

Zusammenfassend bewerten die Autoren das Handbuch als eine sinnvolle Verbesserung beim Abbau der Koordinationsdefizite im Störungsfall - wenn die vorgeschlagenen Maßnahmen denn tatsächlich umgesetzt werden. Leider trägt das Handbuch aber weder zur Vermeidung künftiger Störfälle bei noch adressiert es weitere, naheliegende Systemverbesserungen.

Den Beitrag aus dem Privatbahn Magazin finden Sie hier.

Ein Jahr nach Rastatt - Ein Handbuch ist zu wenig, Beitrag von Hubertus Wester-Ebbinghaus und Peter Westenberger im Privatbahn Magazin 5.2018


Trassenpreis-Absenkung um 1,28 Euro pro Zugkilometer beim Standard-Güterzug durch Bundesmittel noch in diesem Jahr

Die Politik will mit der Senkung der Trassenpreise mittels eines insgesamt 1,75 Milliarden Euro schweren und über fünf Jahre verteilten Bundeszuschusses den Transport auf der Schiene nachhaltig stärken und Straßen und Umwelt entlasten. Innovationskraft und Verhandlungsgeschick sind nun bei den Eisenbahnverkehrsunternehmen gefragt, um durch Modernisierung und durch wirtschaftlich attraktive Angebote mehr Verkehr auf die Schiene zu bekommen und so das politische Vertrauen bei der 2021 geplanten Evaluation zu rechtfertigen. BDI und DSLV als Verladerverbände, die am „Runden Tisch Schienengüterverkehr“ vertreten sind, haben wir aufgefordert, ihre Mitglieder zu einer fairen gemeinsamen Nutzung der zusätzlichen Spielräume bei Vertragsverhandlungen aufzurufen.

Am 5. September 2018 gab es eine Informationsveranstaltung des BMVI, des EBA und der DB Netz AG, in der darüber berichtet wurde, wie die beschlossene Senkung der Trassenpreise konkret durchgeführt werden soll.

Eine ausführliche, aktualisierte Notiz dazu sowie die jeweiligen Präsentationen des BMVI, des EBA und der DB Netz AG finden Sie hier.

Notiz zur Informationsveranstaltung zur Trassenpreissenkung vom 5. September 2018, aktualisiert

Präsentation des BMVI zur Trassenpreissenkung, 5. September 2018

Präsentation des EBA zur Trassenpreissenkung, 5. September 2018

Präsentation der DB Netz AG zur Trassenpreissenkung, 5. September 2018