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Neue Hürden für den internationalen Güterverkehr: Geplante Zusatzvereinbarungen DB Netz/CZ/PKP

Das Netzwerk Europäischer Eisenbahnen hat in einem Schreiben an die Vorstände der DB Netz AG (die Herren Sennhenn, Hentschel und Dr. Schaffer) davor gewarnt, die geplanten Zusatzvereinbarungen im grenzüberschreitenden Eisenbahnverkehr zwischen Deutschland und Polen bzw. zwischen Deutschland und der Tschechischen Republik abzuschließen. Sie sehen eine Verschärfung mit Blick auf die Sprachanforderungen in den Grenzbahnhöfen vor. Damit würden die nach EU-Recht vorgesehenen Erleichterungen ab dem Jahr 2020 regelrecht unterlaufen.

Schreiben des NEE an den DB Netz-Vorstand vom 30.07.2018


Lehren aus "Rastatt" richtig, aber unvollständig

Als Reaktion auf „Rastatt“ hat der Verband der europäischen Eisenbahn-Infrastrukturbetreiber, Rail Net Europe (RNE) am 18. Mai 2018 ein „Handbook for International Contingency Management“ nach Konsultation des Marktes verabschiedet. Das Netzwerk Europäischer Eisenbahnen hat das Handbuch nun mit den im Herbst 2017 formulierten Forderungskatalogen verglichen. Zusammenfassend kann das Handbuch als sinnvolle Verbesserung beim Abbau der Koordinationsdefizite im Falle einer Störung gesehen werden – wenn die vorgeschlagenen Maßnahmen von den einzelnen Infrastrukturbetreibern wirklich umgesetzt werden. Das Handbuch trägt leider nicht zur Vermeidung ähnlicher Störfälle bei und klammert auch weitere naheliegende Systemverbesserungen aus.

Am 10.08.2018 hat das Netzwerk Europäischer Eisenbahnen zusätzlich einen Brief an Phillip Langefeld vom Großprojekt Karlsruhe–Basel der Deutsche Bahn Netz AG geschrieben. Die Wettbewerbsbahnen wollen wissen, warum die auch nach der Havarie unbeschädigte Weströhre in Rastatt nicht zügig zu Ende gebaut wird. Das könnte dafür sorgen, dass zumindest ein - dringend benötigter - zusätzlicher Gleisstrang so bald wie möglich ans Netz angeschlossen wird. Die bisher gehörten Begründungen für den Nicht-Weiterbau erscheinen nicht einleuchtend.

European Rail Infrastructure Managers Handbook for International Contingency Management von RailNetEurope

Bewertung des „Handbook for International Contingency Management“ durch das NEE

Schreiben an Phillip Langefeld vom Großprojekt Karlsruhe–Basel der Deutsche Bahn Netz AG vom 10.08.2018


Stürme, starker Schneefall, Fluten - DB Netz muss mehr für hohe Verfügbarkeit tun

Die Kette von Stürmen, die am 22. Juni 2017 mit Sturmtief „Paul“ begann und im Winterhalbjahr zu schwersten Beeinträchtigungen des Schienenverkehrs in Serie führte, flaute nach „Friederike“ am 19. Januar 2018 zum Glück ab. Durch die knapp halbjährige Ruhe ist leider auch der Druck aus dem Kessel entwichen, durch eine Aufarbeitung solche „Offenbarungseide“ gegenüber dem Kunden künftig zu vermeiden.

Einen Beitrag von Peter Westenberger vom Netzwerk Europäischer Eisenbahnen hierzu finden Sie hier.

„Fahren statt Stehen“ - Beitrag von Peter Westenberger im Privatbahn-Magazin 4.2018


BVWP: Aktueller Stand der güterverkehrsrelevanten Planungen

Der Netzausbau soll sich dem BVWP 2030 zufolge stärker an Engpässen und am Bedarf im Schienengüterverkehr orientieren. Im Masterplan Schienengüterverkehr wird daher dieses Thema von einer eigenen Arbeitsgruppe verfolgt, die zuletzt die aktuellen Planungsstände für das 740-Meter-Netz und die bis dato völlig unbekannten Planungen für den Ausbau der fünf Großknoten von Seiten der DB AG vorgestellt bekam. Bereits zu Beginn des Jahres wurden die aus Sicht der Masterplan-Akteure wichtigsten Streckenausbauten identifiziert. Die Masterplan-Teilnehmer wollen eine hohe Priorität für die güterverkehrsrelevanten Maßnahmen sicherstellen.

Masterplan Güterverkehr – Beschreibung diskutierter Maßnahmen

Masterplan Schienengüterverkehr – Entwicklung Großknoten

Stand 740m-Netz

Masterplan Schienengüterverkehr – Entwicklung Schienenprojekte

Schreiben des Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur


Christian Jung (FDP): „Bundesregierung verschläft systematische Aufarbeitung der Tunnelhavarie 2017 in Rastatt und der 51-tägigen Sperrung der Rheintalbahn“

In der Sitzung des Bundestags-Verkehrsausschusses am 27. Juni 2018 hat die Bundesregierung auf zwei Seiten versucht, Rastatt aufzuarbeiten. Der in dieser Angelegenheit stark engagierte FDP-Bundestagsabgeordnete Christian Jung hat dazu eine bemerkenswerte Presseinformation veröffentlicht, die Sie hier nachlesen können. Das Ausschussdokument ist leider auch nicht-öffentlich, wie die Ausschusssitzung!

Pressemitteilung als PDF


Auftakt Schienenpakt

Bundesverkehrsminister Scheuer diskutierte am ovalen Tisch im Ministerium mit den acht Eisenbahnverbänden, wie die Koalitionsvereinbarung im Schienenverkehr umgesetzt werden soll. Scheuer will einen Schienenpakt durch einen Runden Tisch Schienenverkehr unter der Leitung des neuen Schienenbeauftragten der Bundesregierung, Staatssekretär Enak Ferlemann erarbeiten lassen und sich ein- bis zwei Mal pro Jahr mit den Verbänden zum weiteren Vorgehen abstimmen. Auf der Ministeriumstreppe haben sich versammelt (von links): Peter Westenberger (NEE), Nicole Schreiter (BMVI), Dr. Matthias Stoffregen (mofair), Dirk Flege (Allianz pro Schiene), Wassilis von Rauch (VCD), Stephan Krenz (mofair), Andreas Scheuer (BMVI), Dr. Ben Möbius (VDB), Dr. Martin Henke (VDV), Malte Lawrenz (VPI), Frank Zerban (BAG SPNV), Ludolf Kerkeling (NEE), Aleksandra Zakrzewska (BMVI)

Foto 1: Runder Tisch Schienenverkehr

Foto 2: Runder Tisch Schienenverkehr