Zahl des Tages: 7 - Zusätzliche Elektrifizierungsvorhaben des Bundes für die Güterbahnen

22.10.2021

             

95 Prozent des Güterverkehrs auf der Schiene erledigen Elektrolokomotiven. Sie tun dies leise, besonders energiesparend und zu einem großen Teil mit Strom aus erneuerbaren Energien. Im Vergleich zum Lkw-Transport heißt das: nur 1/7 der Treibhausgasemissionen bei gleicher Leistung. Das 33.300 Kilometer lange Schienennetz des Bundes ist nur zu 61 % elektrifiziert. Es braucht noch zahlreiche neue Oberleitungen, damit der Diesel ganz verschwinden, mehr Lkw-Verkehr verlagert sowie Baustellen und Störungen ohne Zusatzloks umfahren werden können. Bund und DB Netz haben ihre Elektrifizierungs-Ankündigungen immer neu verschoben. Zu Beginn der jüngsten Legislaturperiode vereinbarten CDU/CSU und SPD, bis 2025 den Anteil im Netz auf 70 % zu steigern. Bis einschließlich 2021 wurden nur 1,5 Prozentpunkte geschafft – zusammen 509 Kilometer. Dabei sind schon drei Strecken mitgezählt, auf denen erst in Kürze der elektrische Betrieb aufgenommen wird, darunter die schon 2003 in den Bedarfsplan aufgenommene, vom Land mitfinanzierte, gut 120 Kilometer lange Südbahn (Ulm-Friedrichshafen und weiter nach Lindau). Das Schneckentempo muss ein Ende haben, die teils seit Jahrzehnten im Bedarfsplan des Bundes gelisteten Vorhaben müssen viel schneller finanziert und umgesetzt werden. Die Güterbahnen haben darüber hinaus Vorschläge für wichtige Lückenschlüsse vorgelegt – etwa Öhringen-Schwäbisch-Hall in Baden-Württemberg. Ginge es nach der bisherigen Regierung, würden allerdings speziell für den Schienengüterverkehr im Netz des Bundes nur sieben andere Strecken mit zusammen 210 Kilometern Länge hinzukommen – überwiegend gut genutzte Industrieanschluss-Gleise, wo es kaum noch mehr Verkehr auf die Schiene zu verlagern gibt. Um diese Strecken zu identifizieren, haben Gutachter des Bundesverkehrsministeriums drei Jahre gebraucht und sie aus 173 Vorschlägen ausgewählt. Würden nur sie realisiert, stiege der Elektrifizierungsanteil des Netzes gerade einmal um 0,6 Prozentpunkte an.

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Pressekontakt: Daniela Morling, mobil: + 49 151 555 081 83, E-Mail: morling@netzwerk-bahnen.de

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