Zahl des Tages: 10 Mio. - Mittelfristige jährliche Einsparung von CO2 bei konsequenter Verkehrsverlagerung

07.12.2021

 

 

Wenn Transporte vom Lkw auf die Schiene verlagert werden, verbessert sich die Klimabilanz schlagartig. Schon heute können hierdurch im Schnitt 85 Prozent CO2 eingespart werden. In einer Studie für die Güterbahnen hatte das Beratungsunternehmen kcw 2020 den möglichen Effekt auf die Klimabilanz für das Jahr 2035 auf minus 10,6 Millionen Tonnen abgeschätzt. Mit dem Koalitionsvertrag der Ampel-Regierung muss dieser Wert nach oben korrigiert werden. Das nunmehr offizielle Regierungsziel, 25 Prozent des Güterverkehrs schon im Jahr 2030 auf der Schiene abzuwickeln, ist ambitionierter als das Ziel der großen Koalition aus dem Bundesverkehrswegeplan (18 Prozent). Der von kcw angenommene restliche Kohleanteil in der Erzeugung von Bahnstrom dürfte deutlich früher verschwunden sein. Zugleich hat sich die Ampel die Phantasiezahl des scheidenden Verkehrsministers, dass schon irgendwie 30 Prozent der Lkw-Transporte im Jahr 2030 mit emissionsfreien Antrieben erbracht würden, nicht zu eigen gemacht. Allerdings muss die neue Politik auch die bisherige Güterverkehrspolitik deutlich korrigieren, um das 25-Prozent-Ziel zu erreichen. Eine gerade veröffentlichte und vom Bundesverkehrsministerium auf der Grundlage der bisherigen Prämissen beauftragte Prognose erwartet, dass der Straßengüterverkehr 2023 um knapp acht Prozent und die Schiene nur um knapp sieben Prozent über dem Vor-Corona-Wert von 2019 liegen würden. Quasi linear wachsen auch die Treibhausgasemissionen. Denn der Lkw-Verkehr nutzt weiterhin nahezu ausschließlich Dieselmotoren. 96 Prozent der güterverkehrsbedingten und knapp ein Drittel der gesamtverkehrsbedingten klimarelevanten Emissionen (2019: 164 Mio. Tonnen) haben dort ihren Ursprung. Während für kürzere Fahrzyklen vor allem elektrische Lkw-Antriebe den Diesel ersetzen könnten, sind für Fernverkehre auch auf längere Sicht keine wirtschaftlichen Alternativen zur Schiene in Sicht. Damit die Schiene zum Rückgrat von intermodalen Logistikketten werden kann, muss die neue Bundesregierung die vielen richtigen Vorhaben des Koalitionsvertrages nun angehen. Vor allem bei dem auf die Schiene zu konzentrierenden Infrastrukturausbau, bei der Innovationsförderung sowie bei der Neuausrichtung des Schieneninfrastrukturbetriebs (Bahnreform II) hat sich die Ampel die richtigen Maßnahmen vorgenommen. Schnell kann auch das erstmals verabredete Ziel wirken, mehr Lkw-Sattelauflieger (Trailer) auf die Schiene zu bringen. Entscheidend wird nun sein, ob die neue Regierung ihre Vorhaben zügig umsetzt und die nötigen Mittel durch Umschichtung bereitstellt. Ausgerechnet die Finanzierung und die stärkere Ausrichtung der wettbewerbsrelevanten Rahmenbedingungen (v.a. Abgaben, Wegekostenanlastung, Energiekosten, Kontrolldichte) auf die Verlagerung von Verkehren haben im Koalitionsvertrag leider wenig Beachtung gefunden.

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Pressekontakt: Daniela Morling, mobil: + 49 151 555 081 83, E-Mail: morling@netzwerk-bahnen.de

 

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