Ein guter Tag für Anwohner und Güterbahnen

Auch der Bundesrat beschließt das gesetzliche Verbot lauter Güterwagen ab 2020 – Lärmminderung muss weiter gehen – Konzept und bessere Rahmenbedingungen erforderlich

Das Verbot, ab Ende 2020 laute Güterwagen auf dem deutschen Netz zu betreiben, kommt! Mit dem Beschluss des Gesetzes hat der Bundesrat den Weg frei gemacht für diesen wichtigen Schlussstein zur Halbierung des Schienenlärms in Deutschland. Peter Westenberger, Geschäftsführer des Netzwerks Europäischer Eisenbahnen (NEE): „Damit kann die Hal­bie­rung des Schienenlärms garantiert und Umweltdumping verhindert werden!“ Das Si­gnal sei unmissverständlich: Wagenhalter müssen alle alten, lauten Güterwagen entweder auf leise Brems­techno­logie umrüsten oder durch neue, leise Wagen ersetzen. Laute Güterwagen dürften zwar aus europarechtlichen Grün­den auch nach 2020 noch so langsam über das Schienennetz fah­ren, dass sie keine besondere Belästigung mehr verursachen, aber, so Westenberger: „Das ist graue Theorie, denn es wäre völlig unwirtschaftlich!“ Mit der Entscheidung des Gesetzgebers würden auch die Vorleistungen vieler Wagenhalter im In- und Ausland, die bereits auf die teurere Bremstechnologie umgestellt haben oder dies in den kommenden drei Jahren tun, gegen Billigan­bieter abgesichert und damit fairer Wettbewerb gesichert. Der steigende Anteil deutlich leiserer Güterwagen sei im Netz schon jetzt überall „hörbar“ und werde weiter schnell anwachsen.

Der Blick müsse nun über die wichtige Zwischenetappe „Halbierung 2020“ hinaus gerichtet werden, vor allem an den Haupt­strecken müssten zusätzliche Minderungen an Strecken und Fahrzeugen erreicht werden. Westenberger: „Die Trägheit von Branche und Politik in den neunziger Jahren hat zu einem Vertrauensverlust geführt, der uns heu­te überall in Deutschland an vorhandenen Strecken und bei Neubauprojekten begegnet und noch lange nachwirken wird.“ Notwendig sei ein Konzept, in dem auch die Bundesregierung weiter Verantwortung übernimmt. Schließlich habe der langjährige Verzicht auf Grenzwerte für neue Güterwagen sowie der um 20 Jahre verspätete Beginn der freiwilligen Lärmsanierung im Unterschied zur Straße erst den großen Nachholbedarf im Lärmschutz erzeugt, der nun mühsam und mit hohen Aufwendungen abgearbeitet werden muss. Westenberger: „Das Vorgehen ist aber alternativlos. Um die Klimaschutzziele zu erreichen, brauchen wir viel mehr Güterver­kehre auf der Schiene statt noch mehr Straßengüterverkehr. Von der Entlastung der Straßen und der Erhöhung der Verkehrs­sicherheit als Grün­de für Verkehrsverlagerung ganz zu schweigen. Deswegen müssen auch für den Lärmschutz die Rahmenbe­dingun­gen für den Schienenverkehr insgesamt verbessert werden.“


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