Kein Aprilscherz: Baustellenplanung der DB Netz AG muss sich an den Bedürfnissen der Verlader orientieren

Das Eisenbahnnetz muss ständig instandgehalten und modernisiert werden. Die unvermeidlichen Baustellen schränken jedoch die Kapazität für den im Grund unverändert weiterlaufenden Verkehr ein. Da aus Kostengründen die DB Netz AG in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten die Flexibilität für Gleiswechsel oder Überholungen und Abstellungen deutlich verringert hat, haben heute selbst kleinste Baumaßnahmen europaweite Wirkungen, wenn es sich um Hauptrouten handelt. Besonders betroffen sind die „kurzfristig“ angemeldeten Güterverkehre, die von den industriellen Verladern in einem wachsenden Umfang nachgefragt werden. Bei der Baustellenplanung werden sie bisher nicht berücksichtigt, so dass diese Verkehre entweder weiträumig und mit hohen Zusatzkosten umgeleitet werden oder gleich ganz entfallen müssen. Die Verkehrsunternehmen fordern von der DB Netz eine bessere Baustellenplanung. Denn so manche Ankündigung eines Netzausfalls der DB Netz AG klingt wie ein schlechter Aprilscherz - etwa die „Kundeninformation“ der DB Netz AG vom 29. März 2018 (siehe unten). Im Straßengüterverkehr wäre so ein „Geschäftsgebaren“ des Infrastrukturbetreibers undenkbar. Um dies zu illustrieren, haben wir die originale Kundeninformation der DB Netz AG vom 29.03.2018 auf die Verhältnisse des Straßengütertransports fiktiv übertragen.

Fehlende Restkapazitäten auf der Autobahn A 3

Wegen geplanter Sanierungsarbeiten an der Mittelleitplanke zwischen Streckenkilometer 491,6 und Streckenkilometer 494,8 auf der A 3 bei Regensburg stehen mit Beginn vom kommenden Donnerstag, 20:00 Uhr, bis zum darauf folgenden Samstag, 05:00 Uhr, für die Betreiber von Lkw, die ihre Fahrten nicht zum Jahresfahrplan Ende April 2017 angemeldet hatten, keine Restkapazitäten zwischen "Kreuz Regensburg" und "Regensburg Universität" zur Verfügung. Eine Durchfahrt ist nicht möglich - die Autobahnpolizei kontrolliert Vorhandensein und Gültigkeit der Fahrbahnnutzungsverträge.

Als Alternative nutzen Sie bitte aus Richtung Frankfurt/Würzburg ab Kreuz Biebelried die A 7 über Schweinfurt, weiter über die A 70 bis Bamberg, weiter über die A 73 über Nürnberg, weiter die A 9 über Ingolstadt bis zum Kreuz Neufahrn und von dort die A 92 bis Kreuz Deggendorf bzw. zurück auf die A 3

Bitte berücksichtigen Sie die Infrastruktureinschränkungen frühzeitig bei der Planung und Abstimmung Ihrer Gelegenheitsverkehre.

Die bayerische Autobahnverwaltung dankt Speditionsunternehmen für die rechtzeitige Mitteilung von ausfallenden Lkw-Fahrten aus dem Jahresfahrplan.

Die Übertragung der Bedingungen für die Schienennetznutzung auf den Straßenverkehr ist selbstverständlich nicht möglich - Planung von Fahrten und technische Sicherung sind wesentlicher Bestandteil des hohen Sicherheitsniveaus der Schiene. Die Art, zu bauen und der (nachrangige) Umgang mit den üblichen kurzfristigen Transportbedürfnissen der verladenden Wirtschaft sind allerdings Spezifika des Eisenbahn-Netzbetriebs, die für den Schienentransporteur geltendes Recht sind, für einen Straßentransporteur jedoch vollkommen unvorstellbar sind. Daher fordert das Netzwerk Europäischer Eisenbahnen eine Verbesserung der Bedingungen für den kurzfristigen Schienengüterverkehr.


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